Startschuss 1870 und das erste Großprojekt

Montag, 25. November 2019 Drucken E-Mail
Regensburger Hütte im Grödnertal um 1900

„Es war dies zu einer Zeit, da der Alpinismus gewissermaßen noch in den Windeln lag“, schrieb einst ...

1895 Dr. Brunhuber, seines Zeichens Schriftführer der Sektion Regensburg, in der Festschrift zum Jubiläum. 25 Jahre zuvor kamen am 3. März 1870 neun Männer in Regensburg zusammen, um die 20. Sektion des Deutschen Alpenvereins zu gründen.

Ein Jahr nach Gründung des Dachverbands

Nachdem es schon in England und Österreich Alpenvereine gab, war im Jahr zuvor, am 9. Mai 1869 von Gletscherpfarrer Franz Senn und drei weiteren Bergsteigern in München der Deutsche Alpenverein gegründet worden, Mitunterzeichner: Professor Langoth aus Regensburg.

Diesen Professor Langoth, der zur Gründung der Regensburger Sektion im „Regensburger Tagblatt“ aufgerufen hatte, wählten die Gründerväter, darunter auch Bürgermeister Stobäus, zum 1. Vorsitzenden, der er für die nächsten zehn Jahre blieb. Nach wenigen Wochen zählte die Sektion 31 Mitglieder, nach zehn Jahren waren es 97. Was würde Professor Langoth wohl dazu sagen, wenn er wüsste, dass es heute beinahe 200 Mal so viele sind und die Sektion Regensburg eine der zehn größten Sektionen des DAV ist?

Hüttenbau in Gröden

Kenntnisse über die Bergwelt zu verbreiten, ihre Bereisung erleichtern und ihre Schönheit zu schützen – das stand von Anfang an in der Satzung. In den Gründungsjahren war der erste Punkt der wichtigste: Vorträge über die Alpen, die Natur und die Bewohner waren der Hauptzweck des Vereins.

In den 1880-er Jahren, als Pfaff und vor allem Max Schultze den Vorsitz der Sektion übernahmen, änderte sich das: die Sektion träumte von einem eigenen Stützpunkt in den Alpen und fand – „durch das freundliche Entgegenkommen der Sektion Gröden“ – ein Grundstück in der Geisler-Gruppe in den Südtiroler Dolomiten. Am 26. August 1888 feierte man die Einweihung der Regensburger Hütte, ein 3465 Mark-Projekt. Und die Sektion, frisch gebackene Hüttenbesitzerin, ließ sich offiziell ins Vereinsregister eintragen. Die Hütte wurde immer beliebter, 1897 zählte der Hüttenwirt insgesamt 987 Besucher. Erweiterungen wurden notwendig.  

44. Generalversammlung und 1. Weltkrieg

Der erste Weltkrieg traf die Alpen und die Dolomiten besonders hart. Die Alpenvereine waren gelähmt, die Mitgliederzahlen schrumpften. Für die Sektion Regensburg kam der große Schlag am 29. Mai 1921, mit der Enteignung der Regensburger Hütte, die bis 2010 in den Händen der Sektion Florenz des Italienischen Alpenvereins und seitdem Eigentum der Autonomen Region Bozen ist.

Neben dem Bau der ersten Hütte war im ersten halben Jahrhundert die Ausrichtung der 44. Generalsammlung des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins einer der Höhepunkte. Im Jahr 1913 kamen Alpinisten aus ganz Deutschland und Österreich zusammen, debattiert und gefeiert wurde mehrere Tage lang. Außerdem widmete sich die Sektion der Erschließung stadtnaher Klettergärten, wie dem Keilstein, dem Pichlerturm und der Schultzewand – alle drei sind mittlerweile leider verschwunden.


Weiter zu den Jahren 1920 bis 1940: Zwei Hütten und die dunklen Jahre

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