Noch ein Großprojekt: Ersatzbau Neue Regensburger Hütte

Freitag, 29. November 2019 Drucken E-Mail
Neue Regensburger Hütte im September 2019. Foto: Toni Putz

In dem Quartal von 1995 bis 2020 ist die Kletterhalle nicht das einzige Großprojekt der Sektion.

doch lange nicht die einzigen Projekte und Unternehmungen. Das 125-jährige Jubiläum wurde gebührend gefeiert, mit einer Max-Schultze-Ausstellung, mit großartigen Tourenzielen wie dem Mont Blanc oder den Karpaten und einem Gipfelkreuz für die Knotenspitze über der Neuen Regensburger Hütte. Die Ausbildungskurse, die Königswiesener Kletterhalle und das Tourenangebot erfreuten sich wachsender Beliebtheit, die Mitgliederzahlen stiegen.

Modernisierung notwendig

Rund 50 Jahre nach der letzten Modernisierung der Neuen Regensburger Hütte stand wieder eine Rundumerneuerung an. Die 2013 unter Denkmalschutz gestellte Neue Regensburger Hütte genügte den Ansprüchen und Anforderungen der heutigen Zeit nicht mehr. Man stand vor der Wahl zu verkaufen, zu schließen, oder sich der Herausforderung zu stellen, im Einklang mit Denkmalschutz, Brandschutz, Naturschutz und dem Anspruch der heutigen Wanderer, die Planung und  Finanzierung in Angriff zu nehmen. Dass die Regensburger ihre Hütte nicht hergeben wollen, war schnell klar.

Wieder war langer Atem nötig, denn nicht alle beteiligten Behörden unterstützten die Pläne der Sektion Regensburg von Anfang an. So dauerte es vom Entschluss 2010 bis zum ersten Spatenstich 2018 ganze acht Jahre. 2013 wurden bereits die Seilbahnstützen verstärkt und die „HSSB“ damit für eingeschränkten Werksverkehr vorbereitet. Auch die ARA, die Abwasserreinigungsanlage, wurde erneuert und zu einer hochmodernen, biologischen Kläranlage nach dem BIOCOS-Verfahren (Belebtschlammverfahren) wurde in diesem Jahr umgebaut.

Bausaisons 2018 und 2019

Ab Spatenstich verlief alles nach Plan. In nur einer Bausaison wurde ein moderner, schlanker Holzbau neben die „alte Neue“ gesetzt, die mit dem Neubau verbunden wurde. Die Bergstation der Seilbahn trat an die Stelle der alten Bauhütte, die 90 Jahre lang als provisorisches Matratzenlager gedient hatte, die Vorräte müssen somit nicht mehr weit geschleppt werden.

Der Neubau ist komplett aus Holz gefertigt und thront über dem Gletscherschliff neben der Hütte. Er beherbergt moderne Waschräume, einen Multifunktionsraum und 48 Zimmerlager. Insgesamt ist die Gesamtzahl der Schlafplätze mit 101 gleich geblieben und nicht erweitert worden.

Auch im Altbau wurde einiges renoviert und modernisiert: Die Karl-Eckl-Stube wurde zur neuen Küche, ein kleiner Anbau dient als Lagerraum für die Küche. Aus der alten Küche und dem Lagerraum wurden zwei kleine Stuben. Im Keller renovierte man die Pächterwohnung und den Schuh- und Trockenraum. In der Bergstation der Seilbahn entstand der neue Winterraum, der mit einem Ofen und einer kleinen Küche ausgestattet ist.

Auch aufgrund des allgemeinen Baubooms und der damit gestiegenen Preise der Bauindustrie und der Gewerke kostete das Projekt am Ende stolze vier Millionen Euro. Gut eineinhalb Millionen kamen vom Hauptverband, von öffentlichen Förderern und privaten Spendern. Gut 600.000 Euro konnte die Sektion selbst aufbringen. Der Rest, knapp 1,8 Millionen Euro, wird über ein Bank- und ein DAV-Darlehen finanziert.

Allerherzlichster Dank gilt dem Hüttenreferenten Franz Schon, der unzählige ehrenamtliche Stunden für die und auf der Hütte verbrachte, und Andreas Schöberl, der ihn dabei unterstützte. Außerdem wäre es auch ohne die tatkräftige Unterstützung der Pächterfamilie Ofer schwer möglich gewesen, so reibungslos an- und umzubauen.


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