Alfred, wie waren die Sechziger in der DAV-Jugend?

Montag, 29. März 2021 Drucken E-Mail

Alfred Roth war in den 1960-ern Jugendwart im Alpenverein Regensburg. Einiges war anders als heute: Zum Beispiel waren Jungs und Mädchen in getrennten Gruppen. Wir haben ihn zur damaligen Zeit befragt... 

Alfred, wie bist du zum Alpenverein gekommen?

Alfred Roth: Ich bin 1962 der Jungmannschaft und damit dem Alpenverein beigetreten – damals trat man direkt einer Gruppe bei und brauchte auch noch einen Bürgen. Die Jugend wurde übrigens zu dieser Zeit noch nicht mitgezählt. Es gab auch keine Vertretung der Jugend in der Vorstandschaft so wie heute, sondern einen Jugendleiter und einen Jugendwart – ich war Jugendwart von 1969-1971, zu meiner Zeit war Josef Schießl Jugendleiter.

Welche Aufgaben hattest du als Jugendwart?Fasching im Jakobsturm 1970.Fasching im Jakobsturm 1970.

Alfred Roth: Tätigkeitsberichte abgeben, Zuschüsse beantragen und abrechnen, an der Jugendleitertagung teilnehmen. Die Jugend traf sich damals alle zwei Wochen am Donnerstag im Jakobsturm – da wurde dann verabredet, was unternommen wird. Telefone gab es damals noch lange nicht flächendeckend, E-Mail schon gar nicht.

Die 101. Jahreshauptversammlung fand 1970 in Regensburg statt. Ein Highlight für die Jugend...
Alfred Roth: 1970, zu unserem 100-Jährigen, fand auch die 101. Jahreshauptversammlung des Bundesverbandes in Regensburg statt. Wir haben ein Jugendprogramm gestaltet, unter anderem einen Tanzabend der Jugend im Kolpingsaal und Klettern im Altmühltal organisiert.

Ab wann wurden Jugendvertreter in den Vorstand entsendet?
Alfred Roth: 1971 haben wir einen Vorschlag an Dr. Brennauer geschickt, einen Jugendreferenten im Vorstand zu etablieren, der zunächst nicht weiterverfolgt wurde. 1973 war es dann aber so weit, es wurde eine Neufassung der Jugendordnung beschlossen. Der erste Jugendreferent war Toni Putz.

Und wie habt ihr euch vorher organisiert?1968 auf dem Weg zur Wildspitze.1968 auf dem Weg zur Wildspitze. 
Alfred Roth: Die Jugend war in der Nachkriegszeit noch anders organisiert als heute. Mädchen und Jungen waren in getrennten Gruppen. Die männliche Jugend wurde in den Sechzigern erst von Mooshammer, dann Schießl geleitet. Die weibliche zuerst von Annemarie Feser, dann Marianne Rohmer. 1968 oder 1969 wurden die beiden Gruppen dann zu einer und wir sind zusammen in die Berge gefahren. 1968 beispielsweise haben wir eine Osterfahrt der Jungmannschaft und Jugend auf die Wildspitze unternommen (hier ein Bericht über diese Fahrt). In der Jungmannschaft waren die Mädchen und Jungs schon beinander, Bruno Wimmer und Franz Baumann haben die Gruppe ab 1961 geleitet.

Gemeinsam auf (Ski-)Tour…
Alfred Roth: Ich habe mich dann nach der Jungmannschaft in der Skiabteilung engagiert und habe zum Beispiel Sektionsmeisterschaften organisiert. Bis 1978 fanden sie als Riesentorlauf am Geißkopf statt. Ich habe Skikurse und Skitouren geleitet. 15 Jahre lang habe ich außerdem die Skischule Bayerwald geführt. Übrigens: Ich habe meine Frau in der Jugend kennen gelernt, wir haben heuer 50. Hochzeitstag. Unsere Kinder und Enkelkinder sind alle im Alpenverein.

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